Lebenslustig,

das ist

Conny Schröer,

kreativ von den roten Haarspitzen bis

zum kleinen Zeh

Schon als kleines Kind habe ich meine Mutter zur Verzweiflung gebracht, weil ich ständig diese wunderschöne Streifentapete im Flur anmalte.

Sie eignete sich halt auch so schön für bunte, nach oben wachsende Kringel. Später dann war es mein höchstes Glück einen Modekatalog geschenkt zu bekommen und diesen restlos zu zerschnibbeln.

Da wurden den Models dann neue Outfits verpasst und mit *Spucke* passende Ohrringe angeklebt.

Mein Kinderzimmer glich dann einem Designerstudio.

 

Ich zeichnete mit allen erdenklichen Materialien und kein Schnipsel Papier war vor mir sicher aus dem ich nicht etwas bastelte.

Stoffe und das Nähen begeisterten mich immer mehr

und ich sah meiner Mutter, Oma und Tante genau auf die Finger.

 

Mit 12 Jahren begann ich dann mir meine ersten Teilchen selber zu nähen,

denn die Röcke die ich genäht bekam waren mir nicht kurz genug und das ging ja nun mal gar nicht!

Es wurden immer mehr Kleidungsstücke und sogar mein

Abschlusskleid von der Schule habe ich selbst entworfen und genäht.

 

Ich weiß noch genau: Es war aus Jeans mit einer Korsage und viel Spitze ...

einfach wunderschön!

 

Ich war also auf den Geschmack gekommen.

Sogar mein Taschengeld besserte ich damit auf, denn meine Freundinnen

orderten auch schon ein paar Röckchen.

 

Mein größter Wunsch dieses Handwerk zu erlernen blieb mir allerdings

leider verwehrt.

Statt dessen wurde ich technische Zeichnerin.

Ich habe diesen Beruf zwar nie gemocht aber heute hilft es mir doch sehr daß ich das räumliche Denken erlernt habe.

War also doch für was gut, haha.

 

Als meine beiden wundervollen Mädels dann zur Welt kamen habe ich die Mäuse komplett benäht.

Sie konnten sich ja noch nicht wehren ;o) und

so wurden sie immer schön bunt angezogen und hoben sich von der Menge ab.

Damals fuhren wir schon immer nach Holland um dort die schönsten

Stöffchen zu kaufen.

 

Mädels ihr habt heute ganz schön Glück, dass die lustigen Niederländer heute nach Deutschand kommen und ihr vor Ort in Traum-Stoffen schwelgen dürft.

 

Meine selbst genähten Sachen kamen später bei meinen Nachbarn und im Kindergarten so gut an, dass ich gegen kleines Geld meine Mitmenschen und deren Kinder mit meinen bunten Werken benähte.

Das "Honorar" wurde dann wieder komplett in STOFF umgesetzt, denn wie Jeder weiß macht nähen echt süchtig!

Im Kindergarten meiner Töchter gab ich dann schon meine 1. Nähkurse

und die "Muttis" hatten schnell Blut geleckt.

Auf einmal wurde es bunt in den Gruppen.

---------------------------------------------------------------------------

Dann kam eine längere Zeit in der ich nicht mehr nähte.

Es hatte sich in meinem Privatleben vieles geändert und ich ging wieder

außer Haus arbeiten.

Mit knapp 44 Jahren wurde ich dann arbeitslos, die schwerste Zeit meines

Lebens begann.

Ich habe so ziemlich jeden Job angenommen um da wieder raus zu kommen aber es war schwieriger als gedacht.

Und so war ich dann nach einem Jahr

"Hartz IV Empfänger"!

Das schrecklichste was einem Menschen passieren kann, das kann ich euch sagen.

 

Mit über 50 Jahren hatte ich kaum noch Perspektiven aber

dann hörte ich im Januar 2008 auf dem Radiosender *1Live* von DaWanda, der Plattform für Kreative.

Das ließ mein kleines, kreatives Herzken wieder erwachen und ich holte das zugestaubte Maschinchen wieder

aus der Ecke und ratzfatz war auch der Lebensmut wieder da.

 

Die Sache mit den Zuschüssen, um sich mit einem kleinen Laden selbständig zu machen, und dem

Jobcenter war dann die nächste Hürde.

Ich hab noch den schlauen Spruch in den Ohren, den ich zu hören bekam:

"Frau Schröer, mit BASTELN kann man kein Geld verdienen. Wir müssen den Antrag auf Zuschüsse ablehnen."

 

 

Zum Glück bin ich Sternzeichen LÖWE und der kam dann auch wieder in mir durch.

Ich habe gekämpft wie eine Löwin um diese Gelder zu bekommen und 2 Jahre später war ich

stolze Besitzerin des Ladens LEBENSLUSTIG in Recklinghausen.

Ein unfassbar tolles Gefühl.

Es dauerte auch nicht lange und "der Rubel rollte". Nach nur 2 weiteren Jahren war der Laden bereits zu klein und die Waren stapelten sich bis unter die Decke.

Etwas Größeres musste her.

Der neue Laden war eine echte Herausforderung, denn er musste erstmal mit gaaaanz viel Liebe zu einem Laden gemacht werden.

 

Ist mir ziemlich gut gelungen und ich hatte die letzten Jahre eine Menge Arbeit.

Meine Nähkurse wurden in dieser Zeit sehr beliebt und ich hab mein Wissen gerne an all die Mädels und auch ein paar wenige Jungs ;o)  weiter gegeben.

-------------------------------------------------------------

Ich habe dieses "Baby" 6 Jahre gehegt und gepflegt und mit viel Liebe

groß gezogen.

Es war an der Zeit neue Wege zu gehen.

Kinder muss man ja bekanntlich los lassen können.

-------------------------------------------------------------

Meinen Schaffensbereich habe ich jetzt nach Essen verlegt.

Hier bin ich nah bei meinen Kindern und mittlerweile 3 süßen Enkeln und kann Arbeit

mit Vergnügen bestens verbinden.

Ich liebe halt die Veränderung und schaue jetzt mal was es hier so

für mich Neues gibt.

 

Ein kluger Mensch hat mal gesagt:

Nur wer immer das tut was er immer schon macht,

bleibt immer das was er schon ist!

 

 

 

Recht hatte er und genau das hab ich mir auf den Plan geschrieben

nicht stillstehen ... immer wieder Neues ausprobieren ... und wenn ich mal auf

die Nase dabei falle, stehe ich wieder auf und

starte von Vorne :o).

 

In diesem Sinne ihr Lieben

 

Bleibt kreativ ... oder werdet es

 

eure Conny / Lebenslustig